Mit viel Gespür für Boot und Wind sowie klugen Entscheidungen kämpften 19 Segler um den Sieg bei der diesjährigen Einhandregatta des Osterreiner Segelclubs.
Absolute Windstille, die Trauchberge verstecken sich in einer Wolkenwand. Nur der Säuling hebt seinen Kopf daraus hervor. So stellen sich Segler den idealen Tag nicht vor. Doch mehr hatte das Wetter am Morgen des 5. September nicht zu bieten. Immerhin stellten die Vorhersagen den 19 Seglern, die zum Abschluss der Jubiläumssaison im 1966 gegründeten Osterreiner Segelclub (OSC) zur diesjährigen Einhandregatta starten wollten, für den Nachmittag kräftigen Westwind in Aussicht.
Als sie gegen 13:30 aus dem Hafen des OSC ausliefen, wehte in der Tat eine mäßige Brise – zwar aus Nord. Aber das störte die Skipper nicht. Kaum kreuzten sie mit ihren Booten an der Startlinie, schlief der Wind allerdings komplett ein. Eineinhalb Stunden lang kehrte er nicht zurück. Aus Süd und West drängten Regenschauer heran. Erst gegen 15:30 kam aus Süd eine Schwache Brise auf Aus dieser Richtung weht der Wind auf dem Forggensee selten – zumindest nicht stabil.
Dennoch schickte Wettfahrtleiter Reinhard Rehm die 19 Teilnehmer eine Viertel Stunde später auf einen Dreieckskurs Richtung Füssen. Immerhin zeigt sich erst bei wenig Wind, wer wirklich segeln kann. An der ersten Boje war das jedoch noch unklar. Fast geschlossen steuerte das Feld die erste Wende an. Danach zog es sich auseinander. Ab der zweiten Tonne teilte sich die Wettfahrt in zwei Rennen. An der Spitze segelten die Eigner der offenen Kielboote eine Regatta, kurz dahinter die Eigner der Kajütboote eine zweite.
Der Wind frischte zwar phasenweise auf Stärke zwei auf. Insgesamt jedoch blieb er so schwach, dass der Kurs den Teilnehmern viel Gespür für den Wind und ihr Boot, taktische Klugheit und mutige Entscheidungen abverlangte. Die gelangen Achim Schäfer vom OSC am besten. Er steuerte seine Tempest nach nur 52 Minuten über die Ziellinie, Auf der Zielkreuz hatte er sich durch kluge Wahl eines kürzeren Schlages von Herbert Kujan abgesetzt. Der Segler vom Segelclub Füssen Forggensee (SCFF) lief auf einem Kielzugvogel (KZV) 15 Sekunden später ein, gewann die Wettfahrt in der Klasse der offenen Kielboote aber yardstickgewichtet vor Achim Schäfer. Den dritten Platz in der Klasse sicherte sich Sybille Merk – ebenfalls SCFF – auf einem KZV.
Mit seiner Sunbeam 26 steuerte Hans-Peter Gruschka vom OSC um 16:49 Uhr das erste Kajütboot ins Ziel. Er belegte in dieser Klasse den ersten Platz vor Stephen Bauer von den Segelfreunden Marktoberdorf auf einer Sunbeam 28.1.
Als die Sieger des seit 1978 vom OSC ausgetragenen Wettfahrtklassikers gegen 19:00 geehrt wurden, zauberte die Sonne einen Regenbogen über den See. Idealer kann ein Segeltag kaum enden.



