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Kanalinseln Anfang Oktober 2025

Die Britischen Kanalinseln
Segelreise Anfang Oktober 2025

Zwischen dem 04. und dem 09.10.2025 befuhren wir, ausgehend von St. Malo, um die Channel Islands. Wir das war eine Männertruppe von 5 Personen: Dennis, Wolfgang, Nils, Christian und ich, Altersdurchschnitt größer 50. Wie schon die Male zuvor hatte ich bei Naviloc – Port de Sablons gechartert, diesmal eine Sun Odyssey 479. Leider blieb uns die Ausfahrt am 04.10. aber verwehrt – es standen 8-9 Bft. gegen den Hafenausgang und knapp 4-5 Meter Welle in der weitläufigen Bucht zwischen der Bretagne und der Normandie. Am Sonntag konnte unsere Reise aber beginnen, zunächst allerdings mit vielen Runden um das Plateau de Rance direkt vor dem Hafen. Hier führten wir bei weiterhin 7 Bft. ein Manövertraining durch.. Gegen 14:00 Uhr wagten wir denn den Ritt Richtung Nordwesten zum Phare de Grand Jardin. Mit der Rundung der noch weiter nordwestlich gelegenen Tonne West Bunel konnten wir östlichen Kurs Richtung Iles de Chausey legen. Mit raumschoten Winden und entsprechender Strömung kamen wir gut vorwärts. So machten wir nach drei Stunden Fahrt im Sound der Iles Chausey an einer der Bojen fest. Wir waren das einzig touristische Schiff an diesem Abend. Es folgten noch ein Inselspaziergang zum Sonnenuntergang und ein Essen im Inselrestaurant. Am nächsten Morgen ging es zunächst durch den Canal Beauchamps zwischen den Iles Richtung Nord, um nachmittags die Nordostnock von Jersey zu runden und schließlich in St. Peter Port im Außenhafen festzumachen. Anfangs noch mit guten Winden schliefen diese immer mehr ein, dafür hatten wir gutes, sonniges Wetter. Auch St. Peter war nahezu leer – im Innenhafen lagen vielleicht 6-8 Schiffe, außen nochmal 5. Nachsaison. Der Dienstag Vormittag diente der Stadterkundung St. Peters, abgeschlossen mit dem Noon Gun Shot am Cornet Castle. Gegen 15:00 Uhrzeiten wir ab um noch nach Alderney zu kommen. Eine Stunden nach Niedrigwasser – allerdings Springtide –  blieben wir direkt vor dem Eingang zum Innenhafen in einer Sandbank stecken. Wir waren abends zuvor den gleichen (auch empfohlenen Weg) gekommen, im Reeds stand nichts anderes und der Hafenmeister quittierte unseren Nicker mit „Oh, sorry, I forgot to warn you!“. Glücklicherweise hatte ich auf Schrittgeschwindigkeit gepocht und wir kamen rückwärts wieder raus. Dem Schiff war nichts passiert. Nach Ausfahrt durch die Bojenlieger in St. Peter ging es durch den Little Russel in nördliche Richtung gen Alderney. Via Swinge erreichten wir Braye Harbour. Die Strömungen sind dabei schon irre. Fährt man südlich Alderney noch mit 30 Grad Vorhalten nach Backbord schlägt die Sache im Swinge auf 30 Grad Steuerbord um. In Braye machten wir wieder – geht ja auch nicht anders – an einer Boje fest. Ganze vier Schiffe bevölkerten den Hafen. Eine Gebühr mussten wir nicht zahlen – es wäre ja nichts los sagte der Hafenmeister. Auf Grund der Gezeiten konnten wir am nächsten Tag erst gegen Mittag losfahren, so konnten wir vormittags dem Inselort St. Anne einen Besuch abstatten. Wenn man gut mit den Strömungen arbeitet kommt man auch mit wenig Wind ordentlich voran. So passierten wir am Rückweg das Race von Alderney mit 9kn über Grund Richtung Südosten – allerdings nur 2kn durch das Wasser. Wie schon die letzten 3 Tage hatten wir viel Sonne und wenig Wind. Nach Rundung Alderneys auf der Ostseite ging es zur Discart Bay im Südosten der Insel Sark. Hier warfen wir den Anker bei 8m Wassertiefe. Zu Niedrigwasser sind es dann aber doch nur noch 2,7m – bei 2,2m Tiefgang. Da braucht man schon Vertrauen in seine Tidenberechnungen. Auch auf Sark blieb genug Zeit die Insel zu erwandern und Kleinigkeiten zu kaufen. Hier kann z.B. auch einer der kleinsten noch bewirtschafteten Häfen der Welt besucht werden: Creux Harbour. Wir konnten bis Nachmittag bleiben und lichteten erst gegen 13:00 Uhr am Donnerstag den Anker. Nun ging es westlich um Jersey herum. Wir konnten gut 8 Stunden mit dem Gennaker bei raumschoten Kursen und vielen Halsen zurück nach St. Malo fahren und erreichten den Ausgangshafen abends gegen 22:00 Uhr. 

Fazit: Trotz wenig Wind konnten wir mit guter Planung der Gezeitenströme ordentlichen Geschwindigkeiten über Grund erzielen und so in fünft Tagen 230nm zurücklegen und dennoch ausreichend Zeit für Landgänge haben. Leider schlief der Wind nach dem anfänglichen Sturm über die Woche nahezu ein, so dass wir viel motoren mussten. Der Strom spielte also eine entsprechend größere Rolle. Dieses merkten wir nicht nur beim Festmachen an Bojen sondern auch später beim Ankermanöver vor Sark. Dafür konnten wir nahezu einen ganzen Tag unter 180qm Gennaker fahren. Die Berechnung der Ströme und Tidenhübe ist essentiell in diesem Gebiet. Insbesondere in engen Fahrstraßen (z.B. Canal Beauchamps Iles Chausey), an Bojen oder beim Ankern sollte man wissen was man tut.

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